Dachgarten: Grünes Refugium hoch über der Stadt

Ein Dachgarten über den Häusern der Stadt ist ein ganz besonderer Luxus. Damit machen Sie aus einem einfachen Flachdach ein zusätzliches gemütliches Outdoor-Zimmer!

Urban Gardening – Gärtnern in der Stadt

Städtischer Gartenbau wird betrieben, seit es Städte gibt. Wegen der geringen Haltbarkeit vieler Lebensmittel war es bis zu der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzenden Verbesserung von Transportmöglichkeiten nicht möglich, diese weit zu transportieren. Städte wiesen deswegen in der Regel Viertel auf, in denen frisches Obst und Gemüse produziert wurden. Der deutsche Landbesitzer und Wirtschaftsgeografen Johann Heinrich von Thünen entwickelte im 19. Jahrhundert ein Landnutzungsmodell (die sogenannten Thünensche Ringe), das die Nachfrage der Stadtbevölkerung und die Transportkosten und -möglichkeiten gewichtete. Eine rational handelnde Bevölkerung baute in unmittelbarer Nähe der Städte schnell verderbliche Lebensmittel an, die auf den Märkten der Stadt hohe Preise erzielen konnte. Je transportfähiger ein Lebensmittel war, desto weiter entfernt wurde es von den Absatzmärkten angebaut.

Eine Reihe von schnell verderblichen Lebensmitteln traf auf so hohe Nachfrage, dass der Anbau trotz des knappen und teuren Raums in den Städten stattfand. In Paris befanden sich beispielsweise in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Stadtgärten im Bezirk Le Marais, der heute dem 3. und 4. Arrondissement entspricht. Geschätzte 8.500 selbständige Gärtner bauten auf etwa 1400 Hektar, ein Sechstel der Stadtfläche von Paris, Obst und Gemüse an. Der jährliche Ertrag wird auf 100.000 Tonnen geschätzt. Die Abhängigkeit der Stadtbevölkerung wurde auch während Kriegszeiten thematisiert. In den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Großbritannien und Deutschland wurde die Bevölkerung aufgefordert, jede verfügbare Fläche für den Anbau von Lebensmitteln zu nutzen („Dig for Victory“). Im englischsprachigen Raum nannte man diese Form des Gartenbaus Victory Gardens.

City Gardening heute

Auch in der Stadt können Sie blühende Pflanzen, ja sogar Obst und Gemüse selber anbauen: „Urban Garde­ning“ heißt das Konzept. Alles, was man dafür braucht, ist eine kleine Anbaufläche, große Lust auf selbst gezogene Pflanzen und ein wenig Kreativität. Ob auf der Dachterrasse, dem Innenhof oder dem Balkon – kleine Kräuter- und Gemüsebeete fin­den überall ihren Platz und die meisten Arten gedeihen auch problemlos in Pflanzkübeln oder Kisten. Je nachdem, wie Sie die Töpfe arrangieren, können Sie Ihr privates Stadtgrün immer wieder neu gestalten.

Wer der eigenen öko­logischen Landwirtschaft nicht in einem Garten nachgehen kann, für den sind Hochbeete oder Balkonkästen die ideale Lösung. Gärtnerische Vorkenntnisse sind dabei nicht zwingend notwendig. Beim Urban Gardening geht in erster Linie darum, Pflanzen wachsen zu sehen und später vielleicht sogar frisches Obst und Gemüse aus hundertprozentig unbedenklichem und eigenem Anbau ernten zu können.